Bolivien ist eine Präsidialrepublik und der amtierende Präsident heißt Evo Morelos. Der Regierungssitz des Landes befindet sich nicht in der Hauptstadt Sucre, sondern in La Paz. Die derzeitige Verfassung stammt aus dem Jahr 1967 und wurde im Jahr 1994 zum letzten Mal überarbeitet. Es ist eine ausbalancierte Machtverteilung auf die drei Gewalten Judikative, Exekutive und Legislative vorgesehen. Allerdings liegt traditionsgemäß das Zentrum der Macht in den Händen des Präsidenten. Die Rolle des Parlaments ist darauf reduziert, über Gesetze zu diskutieren und abzustimmen, die von der Exekutive in Gang gesetzt worden sind. Dem Obersten Gerichtshof und anderen richterlichen Institutionen des Landes wurde oft Ineffizienz und Korruption vorgeworfen. Allerdings sind diesbezüglich bereits Maßnahmen, die der Verbesserung des judikativen Sektors der Regierung dienen, durchgeführt worden.
Bolivien hat mit allen südamerikanischen Staaten ein entspanntes, diplomatisches Verhältnis. Eine Ausnahme bilden die Beziehungen zu Chile, welche durch die stetigen Grenzkonflikte strapaziert sind. Die bolivianische Regierung verfolgt eine Auslandspolitik mit einem sehr starken wirtschaftlichen Schwerpunkt. Außerdem ist Bolivien aktives Mitglied in der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) sowie in der Rio-Gruppe und in MERCOSUR. Die bolivianische Politik stützt sich auf eine stetige Entwicklung und die Bevollmächtigung der einheimischen Bevölkerung.